Die Restaurierung der weltgrößten Bibelhandschrift

Das Hauptschadensbild der Erfurter Bibel von 1211 lag im oberen Teil des Buches. Durch einen im Krieg verursachten Brand- und Wasserschaden sind alle Pergamentseiten in diesem Bereich stark verworfen und miteinander verblockt, weshalb ein Aufschlagen der Bibel nicht möglich war.

Zum Ablösen der einzelnen Blätter wurde mit einer indirekten Befeuchtung das Pergament leicht angeweicht. Es wurde stets zu zweit gearbeitet, damit dieser Arbeitsschritt nicht zu lange dauerte und das kurze Zeitfenster, in dem sich die Pergamentblätter gut voneinander lösen ließen, ausgenutzt werden konnte.

Zum Glätten der Verwerfungen im Brandschadenbereich wurden die Blätter mit einer Gore-Tex-Kompresse, bei der die Feuchtigkeit langsam und schonend in das Pergament eindringt, vorbehandelt und im Anschluss die gesamte Seite geglättet.

Im Brandschadenbereich gab es viele kleine und große Fehlstellen. Für diese Fehlstellen sind mit einer Pergamentfasersuspension Ergänzungen hergestellt worden. Diese Ergänzungen wurden für alle Fehlstellen individuell hergestellt und im Anschluss mit einem reversiblen Klebstoff eingeklebt.

Die 546 Blätter der Bibel wurden nach der Behandlung lagenweise zusammengeheftet. Ein erneutes Einheften in den alten Kassetteneinband war aufgrund des Schadensbildes und der Dimensionen nicht möglich. Der gesamte Buchblock ist jetzt in einzelnen Lagen nutzbar.

Hier zu sehen ist das Blatt 396 A einmal vor der Restaurierung, direkt nach dem Ablösen aus dem verblockten Buchblock, und erneut nach Abschluss aller Restaurierungsarbeiten – dem Ablösen und Glätten der Seiten, einer Fehlstellenergänzung und Heftung.

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